Jugend und Geld

 

Wieviel geben Jugendliche aus?

 

Weisst du, wieviel ein Jugendlicher in der Schweiz  im Durchschnitt pro Monat für sein Handy ausgibt. Oder für Kleider, Ausgang usw.? Leider wissen junge Leute viel zu wenig, wie man mit Geld umgeht. Woher denn auch? In der Schule ist es kaum ein Thema, zu Hause leider oft auch erst, wenn happige Rechnungen ins Haus flattern oder gar schon Schulden da sind. Um ein bisschen mehr das Gefühl für die Kosten zu erhalten, haben wir für dich einen Budgetrechner entwickelt. Er zeigt dir, wie du mit deinem Geld zurecht kommen kannst. Probier ihn doch einfach mal aus. Oder frag deine Eltern, ob sie dir beim Ausfüllen helfen und wofür die Budgetkontrolle überhaupt gut ist.

 

Handy, Ferien und Partys können teuer sein

 

Du wirst sehen, das Leben ist teuer und wer nicht gut aufpasst, kann schnell in Schwierigkeiten geraten. Gerade Handys, Kleider, Kosmetika und Ausgang sind gefährliche Schuldenfallen. Und wer verzichtet schon gerne auf die Ferien, weil gerade ein paar grössere Rechnungen zu bezahlen sind. Glück hast du, wenn deine Eltern dich finanziell unterstützen. Aber auch das wird sich irgendwann ändern und du musst auf eigenen Finanz-Beinen stehen.

 

Radar Jugendverschuldung 2011

 

Der „Radar 2011“ bringt erstaunliche wie beunruhigende Fakten zu Tage. Junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren verschulden sich überproportional oft und beginnen damit ihre Schuldnerkarriere bereits sehr früh. Im Fokus der Untersuchung lagen die Bereiche Gesundheit, Telekommunikation und E-Commerce.

 

Der Spitzenplatz offener Forderungen gehört bei den jungen Leuten dem Bereich E-Commerce, gefolgt von Telekommunikation und Gesundheit in absteigender Reihenfolge. Im Vergleich dazu präsentiert sich die Situation genau umgekehrt bei den über 32-Jährigen. Hier belegen die unbezahlten Rechnungen im Bereich Gesundheit den Spitzenplatz.

 

Die Auswertung nach Geschlecht zeigt, dass sich junge Männer am stärksten im E-Commerce verschulden, junge Frauen hingegen mehrheitlich an unbezahlten Arztrechnungen straucheln. Auch bezüglich „Lernwilligkeit“ präsentiert sich ein eher düsteres Bild. Lediglich 53 Prozent der jungen Schuldnerinnen und Schuldner sind nach fünf Jahren schuldenfrei. Dies erstaunt, können doch junge Menschen oft auf die Unterstützung aus dem Elternhaus zählen und haben noch nicht so hohe Fixkosten wie zum Beispiel für Miete, Hypotheken oder Unterhaltszahlung. Dennoch reagieren junge Erwachsene am schnellsten bei der Rückzahlung von Schulden.

 

Weitere Unterschiede zeigen sich bei der Auswertung nach geografischen und landessprachlichen Merkmalen. In der Stadt lebende, junge Menschen sind beinahe 10 Prozent häufiger verschuldet als jene vom Land. Bezüglich Sprache belegen die französisch sprechenden Jungen den Schuldner-Spitzenplatz in der Schweiz.

 

Pionierarbeit seit 7 Jahren

 

Intrum Justitia engagiert sich seit 2004 im Bereich Schuldenprävention bei Jugendlichen. In Pionierarbeit wurden Sensibilisierungsprogramme wie „Schüler, Schulden, Geld“ entwickelt und wiederholt der „Swiss School Award“ für Präventionsarbeiten rund um das Thema Jugendverschuldung in der Schweiz verliehen. Mit dem künftig periodisch erscheinenden „Radar“ zur Verschuldung junger Erwachsener wurde jetzt ein Monitoring-Instrument geschaffen, das diesen sensiblen Bereich beleuchtet und nationale Impulse für Präventionsmassnahmen vermittelt.