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European Consumer Payment Report 2016

Junge Schweizer Eltern bleiben immer häufiger wegen des Geldes zusammen, obwohl sie sich nicht mehr lieben

Heute lanciert Intrum Justitia den jährlichen Schweizer Länderreport zum Zahlungsverhalten von Konsumenten. Die Umfrage zeigt unter anderem auf: Steuern, Arztrechnungen und  Bussgelder bleiben am längsten liegen. Die Studie legt offen, dass Schweizer lieber mit eigenem als mit fremdem Geld shoppen und vier Millionen Schweizer schon mal zu wenig Geld hatten, um ihre Schulden zu begleichen. Im Fokus: junge Eltern trennen sich weniger häufig, sobald sie Geldsorgen haben. Den Abschluss bildet ein Vergleich mit den europäischen Nachbarn.

Pünktliches Bezahlen von Steuern scheint für Konsumenten in der Schweiz eher unwichtig zu sein. Rund ein Drittel begleicht seine Steuerrechnung lieber spät als innerhalb der Zahlungsfrist – analog bei Verkehrsbussen und Arztrechnungen. Auch Schulden zahlen fast 30% oft nicht rechtzeitig zurück. In eine Schuldenspirale geraten Befragte in der Schweiz dann aber eher aufgrund langfristiger Kosten: Folgen einer Scheidung, hohe Steuerrechnungen und lange liegengelassene Gesundheitskosten, zum Beispiel bei Spitalaufenthalten.

Dagegen bezahlen Schweizer ihre Miete fast immer pünktlich und auch das Internet-Abo möglichst rasch. Der Schluss liegt nahe: kurzfristig spürbare Folgen unbezahlter Miet- und Internetkosten bewegen Menschen zu rascherem Handeln. Generell erachten dann auch rund 84% Prozent der Studienteilnehmenden pünktliches Bezahlen von Rechnungen als wichtig.

Geldsorgen lassen nicht mehr verliebte junge Eltern öfter zusammenbleiben
Dass Trennungen mit Kindern ins Geld gehen können, scheint vielen bewusst zu sein. Es überrascht daher wenig: 25% junger Eltern in der Schweiz halten aufgrund ihrer finanziellen Situation Beziehungen aufrecht, die sie sonst beenden würden. Eine Tatsache, die sich auch bei kinderlosen Studien-teilnehmenden zeigt – jedoch nur in Frankreich noch stärker zu beobachten als in der Schweiz.

Schweizer Shopping – anders als im Ausland, lieber ohne geliehenes Geld
Schweizerinnen und Schweizer scheinen beim Kauf von Konsumgütern viel eher auf eigene finanzielle Mittel zu setzen, als ihre europäischen Nachbarn. Nur rund ein Drittel aller Befragten findet es in Ordnung, beispielsweise einen Fernseher oder einen Computer mit geliehenem Geld zu bezahlen. Noch klarer ist die Schweizer Meinung zur Finanzierung von Ferien – beinahe 80% aller Befragten macht nur mit eigenem Geld Urlaub und würde sich dafür nie etwas ausleihen. Wer sich überhaupt etwas pumpt, fragt die Familie in rund 50% der Fälle und borgt sich so in sechs Monaten etwas weniger als CHF 3‘000.

Angebot an schulischer Finanzausbildung nach wie vor zu wenig stark
Thomas Hutter, Managing Director Intrum Justitia Schweiz meint, dass rund die Hälfte der Studienteilnehmenden sich wünscht, in der Schule mehr zum Thema persönlicher Finanzen gelernt zu haben. „Schulen müssen das Angebot an Finanzbildung verstärken, sagten uns 4 von 5 Befragten – während laut unseren Resultaten 91% der Eltern versuchen, ihren Kindern einen gesunden Umgang mit Geld beizubringen“, so Hutter.

Vier Millionen Schweizer hatten schon mal zu wenig Geld
Fast die Hälfte aller Bürger war schon einmal in so finanziell unglücklicher Situation, dass sie Schulden nicht begleichen konnte. Leicht besser zwar als der europäische Durchschnitt: aber auch heute hat jeder vierte Schweizer Bürger Mühe, Schulden rechtzeitig zu bezahlen. 

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