zum Hauptinhalt springen

European Payment Report 2016

Bessere Zahlungsmoral - mehr Jobs bei 11 000 KMU?

Heute veröffentlicht Intrum Justitia den European Payment Report 2016. Als repräsentative Studie bei rund 10 000 Unternehmen in 29 Ländern veranschaulicht sie auch die Schweizer Zahlungsmoral eindrücklich – rund die Hälfte der Unternehmen hierzulande leidet unter Liquiditätsengpässen aufgrund unbeglichener Forderungen. Zusammen mit der Angst vor steigenden Ausfallrisiken belasten diese die Schweizer Wirtschaft, führen zu Umsatzeinbussen und blockieren Unternehmenswachstum.

Rund 11 000 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) – jedes zehnte Unternehmen in der Schweiz – könnten laut Studie mehr Jobs kreieren, wenn Kunden ihre Rechnungen rechtzeitig bezahlen würden. Der European Payment Report 2016 zeigt den Effekt rechtzeitiger Zahlung auf die wirtschaftliche Situation in unserem Land deutlich: „Bessere Zahlungsmoral bringt Schweizer Unternehmen mehr Arbeitskraft. Darin liegt immenses Potenzial für den Arbeitsmarkt und dadurch auch für die nachhaltige Stärkung der Schweizer Wirtschaft“, erklärt Thomas Hutter, Managing Director Intrum Justitia Schweiz AG, überzeugt.

Kein Geld, Vorsatz und Administration – als Gründe für Zahlungsverzug

Hintergründe für den Zahlungsverzug ihrer Kunden sehen befragte Schweizer Unternehmen grösstenteils wie folgt: finanzielle Schwierigkeiten (77%), absichtliche Verzögerung (64%) und administrative Herausforderungen (55%). Dabei geniessen Herr und Frau Schweizer hohe durchschnittliche Zahlungsfristen, hinken beim Bezahlen dann aber dem europäischen Schnitt hinterher. Beide Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

 

Zahlungsfrist (in Tagen)

Zahlung (nach Tagen)

 

CH

Europa

CH

Europa

B2C

27

20

31

21

B2B

30

30

37

36

Öffentliche Hand

34

29

45

36

 

Verlust, Abbau und Existenzbedrohung – als Risiken nach Zahlungsverzug

Rund ein Drittel der befragten Unternehmen in der Schweiz gibt an, Umsatzeinbussen in Kauf nehmen zu müssen. Die Hälfte befürchtet sogar Liquiditätsengpässe aufgrund zu spät bezahlter Forderungen. Und während jedes siebte Unternehmen Arbeitsplätze deswegen streicht, fürchtet sogar jedes fünfte KMU um seine Existenz aufgrund solcher Zahlungsausfälle.

Der Blick aufs nächste Jahr ist getrübt

Jedes fünfte KMU geht hierzulande davon aus, dass ihre Kunden in den nächsten 12 Monaten noch schlechter bezahlen werden als zum Zeitpunkt der Befragung.

Was das Ausfallrisiko betrifft, so schauen Schweizer Unternehmen in der diesjährigen Befragung pessimistischer in die Zukunft, als ihre europäischen Nachbarn, wo durchschnittlich nur jedes siebte Unternehmen zunehmende Debitorenrisiken befürchtet.

Fast 2/3 der befragten Schweizer Unternehmen haben schon einmal Zahlungsfristen akzeptiert, die länger waren, als sie es sich gewünscht hätten. „Zahlungsverzug und -ausfall führt zu einer negativen Spirale – Umsatzeinbussen, Liquiditätsengpässe und damit Wachstumsblockaden. Die KMU – das Rückgrat unserer Wirtschaft – sind am stärksten betroffen. Sie müssen wir stützen“, fordert Hutter.

So verwundert es nicht, dass sich Unternehmen immer besser vor dem steigenden Risiko von Zahlungsverzügen und –ausfällen zu schützen versuchen:

 

2016 (CH/Europa, in %)

2015  (CH/Europa, in %)

Vorauskasse

69/50

59/47

Bonitätsprüfung

60/36

59/35

Inkasso

30/31

17/21


Über den European Payment Report

Die Studie basiert auf einer von Februar bis April 2016 durchgeführten Umfrage bei rund 10 000 Unternehmen aus 29 europäischen Ländern. Die komplette Studie bietet einen Vergleich nationaler und internationaler Trends im Zahlungsverhalten.

 



European Payment Report 2016 und Country Report Schweiz

Bestellen Sie kostenlos ein PDF der Studien