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Radar 2015 - Verschuldungssituation in der Schweiz

Städte, Umzug, Jugend – wann kommt es zu Schulden?

Das Verschuldungsrisiko in Städten sinkt gegenüber ländlichen Regionen weiter – Neuchâtel und Thun erzielen Spitzenergebnisse. Beim „Umzug“ steigt die Gefahr erneut, in die Schuldenspirale zu geraten. Auch das Risiko bei der Jugendverschuldung nimmt weiter zu: wer sich vor 25 übernimmt, bleibt oft jahrelang verschuldet. Die junge Altersgruppe belastet Steuerzahler zudem stärker mit Verlustscheinen als andere. Dabei bleiben die finanziellen Stolpersteine bei den Jungen dieselben: Gesundheitskosten, Mobile-Kosten und Online-Shopping.

Städte holen auf – Risiko für finanzielle Abwärtsspirale sinkt

Auch 2015 beleuchtet der Radar die Verschuldung von Privatpersonen. Das Risiko, sich in ländlichen Regionen zu verschulden, ist nach wie vor geringer als in Städten, steigt aber leicht an. Gleichzeitig sinkt es im Gegenzug in den Städten. Dabei tut sich das einstige Sorgenkind Neuchâtel vor Thun als Stadt mit dem schweizweit tiefsten Verschuldungsrisiko 2015 hervor. Am anderen Ende der Skala senkt Fribourg das Risiko zwar markant zu 2014, bleibt jedoch auf dem Schlussrang vor St. Gallen.  

Bei den Kantonen steigt das Risiko allgemein, jedoch bleibt das Bild uneinheitlich. So liegen zwischen dem Schlusslicht Glarus und dem „Risikoprimus“ Zug mehr als 100 Indexpunkte. Positiv zu erwähnen sind ausserdem die Entwicklungen im Wallis sowie in Zürich.

Endlich ein neues Heim – der Umzug als Stolperfalle

Hohes Risiko fährt auch, wer sich gerade in einer Veränderung der Lebenssituation befindet: im ersten Auszug von Zuhause, im häufigen Wohnortwechsel oder in der Scheidung lauert oft auch ein Verschuldungsrisiko.

Nach wie vor finden sich Singles und Alleinerziehende aber einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt, sich zu verschulden, als Paare oder gar Familien. Der Radar 2015 zeigt zudem, dass gute Ausbildung der Verschuldung vorbeugt.

Eine Jugend in der Schuldenspirale – früh übt sich

Im Fokus „Jugendverschuldung“ bestätigt sich das Bild von 2014: junge Frauen geraten im Bereich Gesundheit in die Schuldenfalle, Männer eher im Bereich Telekommunikation. Wer sich zwischen 18 und 25 erstmals verschuldet, läuft die grösste Gefahr, nicht mehr aus der Negativspirale heraus zu finden. Zwei von fünf Personen dieses Alterssegments sind auch fünf Jahre später noch verschuldet.

Zudem ist das Schuldenrisiko in Städten für Jugendliche eindeutig am höchsten, auch wenn die Tendenz dort generell sinkt. Dabei weisen junge Erwachsene mit lateinischer Sprachprägung (französisch, italienisch) über alle Altersgruppen hinweg das höchste Risiko auf.

Ausserdem laufen Betreibungen bei rund zwei Drittel der Jugendlichen auf eine Pfändung hinaus und in 40 Prozent dieser Fälle kommt es zum Verlustschein – gerade bei Schulden im Bereich Online-Shopping.

Aufklärung & Fokus

Zur Sensibilisierung beim Thema Verschuldung, geht Intrum Justitia seit langem den Weg über Studien und Kampagnen. Seit 2004 informiert der European Payment Index zur europäischen Verschuldungssituation und der Radar seit 2011 zur Lage in der Schweiz – seit 2014 mit Fokus Jugendverschuldung.

 

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