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Durch Bekämpfung von Zahlungsverzug hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft

Intrum Justitia und zwei schwedische Unternehmensverbände haben sich mit der Gründung des "30-Day Club" zusammengeschlossen, um gemeinsam die gravierenden Auswirkungen verspäteter Zahlungen aus Firmenkundengeschäften für kleine Unternehmen zu bekämpfen.

Die späte Bezahlung von Dienstleistungen oder Waren ist ein gravierendes und wachsendes Problem für kleine Unternehmen. Eine Tatsache, die auch durch den European Payment Report 2016 von Intrum Justitia belegt wird, der zeigt, dass sich 23 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) durch unpünktliche Zahlungen in ihrer Existenz bedroht fühlen. Fast die Hälfte der 9.000 europäischen Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, gaben an, dass sie darum gebeten wurden, längere Zahlungsfristen zu akzeptieren, als ihnen lieb war. 

Verspätete Zahlungen bedrohen nicht nur die Existenz von Unternehmen, sondern sie wirken sich auch wesentlich auf die Schaffung von Arbeitsplätzen aus. Ein Drittel der befragten Unternehmen gab an, dass sie mehr Mitarbeiter/innen einstellen könnten, wenn sie für die ausgeführte Arbeit schneller bezahlt würden. Der Report zeigte zudem, dass KMU in Europa ganz besonders vom Cashflow-Management großer Kapitalgesellschaften ausgepresst werden. Viele KMU sind der Meinung, dass das Zurückhalten von Zahlungen nach dem Fälligkeitsdatum Absicht ist. 

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen hat sich Intrum Justitia mit dem schwedischen Unternehmerverband und dem Verband der Automobilzulieferer zur Gründung eines "30-Day Clubs" zusammengeschlossen. Es handelt sich hierbei um eine Initiative mit dem Ziel, Unternehmen dazu anzuhalten, alle ausstehenden Forderungen aus Firmenkundengeschäften pünktlich und nicht später als nach 30 Tagen zu begleichen.

Mikael Ericson, CEO und Präsident von Intrum Justitia, erläutert hierzu: „Späte Zahlungen stellen ein Marktversagen dar, das fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten für Millionen von Europäern zur Folge hat. Wir benötigen gerechte und gleichwertige Bedingungen für alle, damit wir langfristiges Wachstum erreichen können – für alle Unternehmen und für die Gesellschaft.“   

„Zwei von fünf KMU geben an, dass Zahlungsverzug das Wachstum ihres Unternehmens verhindert, und dass große Kapitalgesellschaften Bedingungen einführen, die keinen gesunden Cashflow für kleinere Sublieferanten fördern. Das ist nicht nur falsch, sondern führt zu einem Ungleichgewicht innerhalb der Gesellschaft.”

Das schwedische Gesetz hat sich zwar mit einigen dieser Probleme befasst und Vorschriften erlassen, die besagen, dass Rechnungen innerhalb von 30 Tagen beglichen werden müssen, aber das Gesetz ist freiwillig und nicht bindend. 2016 betrug die durchschnittliche vertraglich vereinbarte Zahlungsfrist in Schweden 28 Tage, aber die durchschnittliche tatsächliche Zahlungsfrist lag bei 34-35 Tagen. Einige kleine Unternehmen fühlen sich dazu gezwungen, rechtsverbindliche längere Zahlungsfristen von großen Kapitalgesellschaften zu akzeptieren.

Die schwedische Regierung warnte vor kurzem, dass sie bereit sei, die bestehenden Gesetze zu verschärfen. Da jedoch viele Industriezweige von einer Vertragsfreiheit abhängig sind, ist Intrum Justitia der Meinung, dass eine Selbstregulierung vorzuziehen ist. 

Das ist zusammen mit dem starken Wunsch in Richtung einer nachhaltigeren Wirtschaft die Hauptmotivation für den "30-Day Club". Diejenigen, die sich einem Zahlungsziel von 30 Geschäftstagen verpflichten, unterliegen den Richtlinien des Clubs und der darauffolgenden Zahlungsüberwachung. 

„Es sind die kleinen und mittleren Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen. Durch eine pünktliche Zahlung und wenn keine Zahlungsfristen von mehr als 30 Tagen gefordert werden, wird sowohl das Wachstum als auch die Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützt. Die Zusicherung eines 30 Tage umfassenden Zahlungsziels ist deshalb eine Möglichkeit für Unternehmen, Verantwortung für die Schaffung eines unternehmerfreundlichen Wirtschaftsumfelds zu übernehmen, was für alle Unternehmen wichtig ist“, erklärt Mikael Ericson.